VERBANDSZUCHT IST TIERSCHUTZ

Der Kampf gegen Schwarzzüchter und Vermehrer

Leider sitzen immer wieder Katzenliebhaber einem verbreiteten (gewollten) Missverständnis auf, was das Wort "Hobbyzucht" betrifft. Vermehrer und Schwarzzüchter gebrauchen diesen Begriff gerne, um zu suggerieren, dass sie seriöse Züchter seien.

Es ist daher wichtig zu wissen, was die Begriffe „Züchter“/“Zucht“, „Verbandszüchter“, „Hobbyzüchter“, „Schwarzzüchter“ und „Vermehrer“ bedeuten.


Der Begriff Züchter wurde in Österreich bisher nicht geschützt. „Züchter“ zu sein bedeutet laut Gesetz nicht mehr, als geschlechtsreife Tiere zu halten! Vgl.:


https://www.sozialministerium.at/Themen/Gesundheit/Tiergesundheit/Tierschutz/Heimtiere/Zucht-von-Heimtieren.html


Jeder, der seine Katzen nicht kastrieren lässt, darf sich daher als Züchter bezeichnen. (In Österreich gilt übrigens die Kastrationspflicht für alle Katzen, die nicht zur „Zucht“ eingesetzt werden.)


JEDER dieser Personen kann (bzw. muss) sich bei der Bezirkshauptmannschaft als Züchter melden und ist dadurch „behördlich registrierter „(Hobby) Züchter“. Diese Meldung ist gesetzlich vorgeschrieben und erforderlich, um beispielsweise auf "Willhaben" Kitten zu verkaufen.


Oft handelt es sich bei diesen „Behördlich registrieren Hobbyzüchtern“ um Vermehrer und/oder Schwarzzüchter, die ohne Ahnung über die Rasse und zum Leidwesen der Tiere Kitten produzieren, die häufig krank sind.


Da „Nicht-Verbandszüchter“ keinen Verbandsregeln (Gesundheits- und Zuchtregeln) unterliegen, sparen Sie beispielsweise - und insbesondere - bei der Gesundheitsvorsorge.


Es gibt zwei Arten von „Nicht-Verbandszüchtern“


Jene, deren Elterntiere einen Stammbaum haben – die Kitten jedoch nicht und jene, deren Elterntiere nicht einmal einen Stammbaum haben.


Bei ersteren muss man davon ausgehen, dass es sich um eine sog. Schwarzzucht handelt. Die Person hat reinrassige Katzen von einem seriösen Züchter mit einem Stammbaum ABER OHNE ZUCHTRECHTE gekauft und vermehrt die Tiere OHNE WISSEN des Züchters weiter.


Der seriöse Züchter hat seine Gründe, weshalb er seine Katzen NICHT als Zuchttiere abgegeben hat (insb. weil sie dem Standard nicht zu 100% entsprechen oder aus einem anderen Grund NICHT zur Zucht eingesetzt werden sollen). Zudem sind Zuchttiere wesentlich teurer als Liebhabertiere.

Wenn jemand nicht das Geld hat, um sich eine seriöse Zucht mit richtigen Zuchttieren aufzubauen, wird er auch bei anderen Aspekten der Zucht sparen. Zudem hat man es hier mit jemanden zu tun, der den seriösen Züchter bewusst täuscht und betrügt.


Vermehrer („Hinterhofzüchter“): Vermehrer behaupten ihre Kitten seien reinrassig, ohne es selbst zu wissen und ohne den erforderlichen Nachweis erbringen zu können. Immer wieder findet man auf "Willhaben" Kitten, die ohne Stammbaum und lediglich einmal entwurmt für € 690,- (!!!!!) abgegeben werden. Die angefallenen Kosten belaufen sich auf wenige Euros für billiges Futter und die Entwurmung für € 6,-.


Es gibt keine Untersuchungen der Eltern und keine anständige Gesundheitsvorsorge bei den Kitten. Natürlich werden die Kleinen mit 9 oder 10 Wochen abgegeben – denn jeder Tag kostet Geld. Die Katzen werden am Dachboden, Im Keller oder außerhalb des Hauses gehalten und „aufgezogen“, damit weniger Arbeit anfällt und die Möbel nicht beschädigt werden. Von Sozialisierung keine Spur.


Den Katzendamen wird keine Erholungsphase nach einem Wurf gegönnt - mehr Würfe, mehr Kitten, mehr Geld. Da kein Cent für die Gesundheitsvorsorge ausgegeben wird, stehen Krankheiten an der Tagesordnung.


Der Kittenkäufer merkt erst zu Hause, dass sein Kätzchen krank ist. Der Vermehrer ist nicht mehr erreichbar oder er behauptet das Kitten war bei der Abgabe ganz sicher gesund und der neue Besitzer sei selbst an der Krankheit des Tieres schuld.

Am Ende wurden Unsummen in die tierärztliche Behandlung des kranken Kitten investiert und oft sterben sie an einer unheilbaren (genetischen) Krankheit oder müssen eingeschläfert werden.

Was den Käufern dieser Kitten bleibt, sind Enttäuschung, Kummer, Wut, Schuldgefühle und eine enorme Verunsicherung , - im Falle eines zweiten Versuchs - abermals an einen unseriösen Züchter zu geraten.

Wie schützt man sich und die Tiere?


Die Ragdoll wird eine immer beliebtere Rasse. Diesen Umstand machen sich zahllose Vermehrer und Schwarzzüchter zu Nutze, die gutgläubige Interessenten ausnutzen und betrügen.


Spricht man diese „Hobbyzüchter“ auf den Grund an, weshalb sie nicht in einem Verein züchten bzw. warum die Kitten keinen Stammbaum haben, werden die Interessenten mit fadenscheinigen Ausreden manipuliert.


Die top drei Ausreden von Schwarzzüchtern und Vermehreren:


1. „Diese Vereinsmeierei ist nichts für mich – das kostet unnötig Geld und die Tiere werden bei Ausstellungen gequält.“


Die Kosten für die Klubzugehörigkeit belaufen sich auf rund € 45 jährlich. Die Ausstellungsgebühr für einen Stammbaum beträgt pro Kitten € 25. Der finanzielle Aspekt kann also jedenfalls kein Grund sein, nicht einem Klub anzugehören – insbesondere wenn man seine Kitten für mehrere hundert Euro verkauft.

Zudem wird man auch nicht gezwungen an Treffen teilzunehmen. Wenn ich mich für Rassekatzen interessiere, wird es aber wohl in meinem Interesse liegen, mich bei Klubabenden etc. über die Zucht von Edelkatzen zu informieren und mit anderen Züchtern auszutauschen.


Ausstellungen sind in den meisten Vereinen keine Pflicht und man kann sich seinen Verein frei aussuchen.

Wenn eine Katze keine Lust auf eine Ausstellung hat, merkt das der Züchter spätestens am ersten Ausstellungstag. Katzen lassen sich nichts gefallen - selbst eine Ragdoll, die keine Lust auf eine Ausstellung hat, lässt das ihren Besitzer unmissverständlich wissen.

Ist eine Katze nicht für die Ausstellung geeignet, macht das weder dem Tier noch dem Aussteller spaß.

Die Show-Karriere würde in diesem Fall umgehend beendet werden.


Die Rasse kann nur erhalten werden, wenn es eine breite Masse an Verbandszüchtern gibt, die an dem festgelegten Standard festhalten und ihre Zuchttiere von objektiven Dritten (den Richtern) im Rahmen von Ausstellungen begutachten lassen. Verbandszüchter nehmen die mit Ausstellungen verbundenen Kosten und Mühen auf sich, damit sich Ragdoll-Liebhaber auch in Zukunft an dieser wundervollen Rasse erfreuen können.


2. Bei Verbandszüchtern geht es ja „fabriksmäßig“ zu – die haben mehrere Würfe pro Jahr!


Tja, Verbandszüchter haben auch mehr als bloß eine Katze… „Fabriksmäßig“ geht es aber auf keinen Fall zu, denn ein seriöser Züchter hat nur so viele Würfe, wie er versorgen und bestens sozialisieren kann.


3. „Einen Stammbaum brauchen Sie nur, wenn Sie züchten möchten“


FALSCH!!!


Warum kauft man eine Rassekatze?

Weil Rassekatzen ein ganz bestimmtes Aussehen und einen ganz bestimmten Charakter haben.

Es versteht sich daher von selbst, dass Sie die rassetypischen Eigenschaften nur erhalten werden, wenn es sich tatsächlich um eine Rassekatze handelt. Dies kann nur mit einem Stammbaum sichergestellt werden. Ein Stammbaum ist der Nachweis über die Abstammung des Tieres.


Was ist also der wahre Grund nicht in einem Verband („Verein“, „Klub“) zu züchten?


Entweder wurde der Schwarzzüchter/Vermehrer selbst Opfer eines Schwarzzüchters und glaubt den Schwachsinn, der ihm eingeredet wurde (oder will sich nicht eingestehen, dass es Schwachsinn ist) oder die Person hat sich bewusst für den Weg der Schwarzzucht und/oder des Vermehrens entschieden um damit – auf Kosten der Tiere - Geld zu verdienen.


„Zucht“ bedeutet tatsächlich etwas ganz anderes als die bloße Reproduktion von Tieren. Zu züchten bedeutet tatsächlich die selektive Verpaarung von gesunden und typvollen Tieren, um ein ganz bestimmtes ZUCHTZIEL zu erreichen. Alles andere ist bloß VERMEHRUNG.


In Wirklichkeit unterscheiden sich Vermehrer/Schwarzzüchter und seriöse Vereinszüchter also auf andere Weise. Unter anderem dadurch, welchen Wert sie auf die Bekämpfung von Erbkrankheiten legen. Hier helfen auch Stammbäume weiter, die es bei Nicht-Vereinszüchtern ja leider nicht gibt.

Ich bin nicht der Meinung, dass einen Vereinszugehörigkeit automatisch seriös macht - aber es ist eines von diversen notwendigen Kriterien für Seriösität.

Übrigens sind auch alle Vereinszüchter „Hobbyzüchter“ - von seriöser Katzenzucht mit ordentlicher Sozialisierung der Kitten und gewissenhafter Auswahl der Zuchttiere kann man sich nämlich keinen Lebensunterhalt verdienen.

Um sich die Verbandszucht (sein Hobby) leisten zu können, ist der Verbandszüchter idR berufstätig und übt seine Leidenschaft in seiner Freizeit aus.


Irrglaube „Vermehrer gibt es nur im Ausland“:


Im Ausland (insb. in den sog. „Ostblocklstaaten“ gibt es hervorragende Verbandszüchter. Diese unterliegen genauso den Regeln ihrer Klubs und Dachverbände und dürfen nicht mit Vermehrern verwechselt werden, deren Tiere in Käfigen gehalten werde und einen Wurf nach dem anderen produzieren müssen – bis sie schließlich zu schwach oder zu krank sind und entsorgt werden.

Auch in Österreich gibt es unzählige unseriöse Vermehrer und „Hinterhofzüchter“!


Achten Sie daher stets darauf, dass die Gesundheit der Tiere an erster Stelle steht, der Züchter den Standard der Rasse kennt, ein Zuchtziel verfolgt und ethisch korrekt züchtet.

Stellen Sie sicher, dass Sie nicht Opfer von Betrügern und Tierquälern werden. Informieren Sie sich VOR der Anschaffung einer Katze umfassend über den Züchter! Auch die Klubs (z.B KKÖ, ÖVEK) bieten Ihnen umfassende Informationen und Kontakte zu deren Züchtern!


Eva-Katharina Novak

Bluebell Dolls Ragdoll Cattery

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